Geschichte für Gegenwart und Zukunft

Vorstellungen von der Vergangenheit bilden eine wichtige Grundlage zur Deutung der Gegenwart und Gestaltung der Zukunft. In Basel klafft hier eine gravierende Lücke: Eine aktuelle Gesamtdarstellung fehlt.Das Projekt Stadt.Geschichte.Basel will diese Lücke schliessen. Es  eröffnet neue Einblicke in die Geschichte Basels und ist ein Kompass für alle, die heute und morgen die Stadt beleben und mitgestalten. Es stösst Diskussionen über das Selbstverständnis Basels im 21. Jahrhundert an und leistet einen Beitrag dazu, dass die vielfältige urbane Bevölkerung an den lokalen Erinnerungskulturen und an der Zukunftsgestaltung teilhaben kann.

Download «Warum wir eine neue Stadtgeschichte brauchen»

Fünf gute Gründe für eine neue Basler Geschichte…

Basel ist reif für eine neue Stadtgeschichte...

Uns fehlt das Geschichtsbuch mit dem grossen Atem. Wussten Sie, dass die letzte umfassende und vertiefte Darstellung der Basler Geschichte bald 100 Jahre alt ist? Und nur die Zeit bis zur Reformation abdeckt? Seither ist über Basel viel geforscht worden, die Spezialistinnen und Spezialisten haben neue Erkenntnisse gewonnen. Es ist nun an der Zeit, das zerstreute Wissen zusammenzutragen, die Forschungslücken zu schliessen und ein allgemein verständliches Geschichtsbuch für die Basler Bevölkerung zu schaffen. Es ist Zeit für das Projekt Stadt.Geschichte.Basel.

Die neue, fundierte Gesamtdarstellung ist ein Kompass für alle, die Basel tagtäglich beleben und mitgestalten – als Einwohnerin und Pendler, als Arbeitnehmer und Unternehmerin, als Fasnächtler, Durchreisende oder Rheinschwimmerin. Die Stadt.Geschichte.Basel schliesst eine Lücke für die vielen Geschichtsinteressierten und Mitglieder der historischen Vereinigungen, für Lehrerinnen, Kulturschaffende und Politiker. Und sie ist ein unentbehrliches Arbeitsinstrument für alle, die sich genauer mit der Stadt und ihrer Vergangenheit befassen und ihr Wissen weitergeben wollen: für Frauen und Männer in Archiven, Museen, Bibliotheken und Universitäten.

...weil es zu viele blinde Flecken gibt

Nur wer neue Fragen stellt, erhält auch neue Antworten – und Erkenntnisse über bisher Unbeachtetes. So bedarf unser Bild des katholischen Mittelalters und der Herrschaft des Basler Bischofs einer Korrektur, weil es zu einseitig der Sicht der späteren Reformation gezeichnet ist. Noch kaum erforscht ist Basels Wirtschaftsgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts, als die Stadt mit ihren Messen und Märkten Beziehungen zu Amerika, Asien und Afrika unterhielt. Ebenso fehlt eine Geschichte der Industrialisierung seit 1850 und der davon ausgehenden tiefgreifenden Veränderungen der städtischen Gesellschaft und des Stadtbildes. Auch die Zeitgeschichte Basels seit den 1960er Jahren ist grossteils terra incognita. Die Liste blinder Flecken liesse sich fast beliebig erweitern.

...weil unentdeckte Schätze warten

Die Archive und Bibliotheken innerhalb und ausserhalb Basels lagern einen grossteils unerschlossenen Reichtum an Quellen zu unserer Stadt. Wenig bekannte Nachlässe oder noch unerforschte Aufzeichnungen der Behörden eröffnen überraschende Einsichten in vergangenes Denken und Handeln. Zu den Schriftquellen kommen neue Quellengattungen hinzu: Gegenstände und Zeugnisse aus Museen, archäologische Sammlungen und Kunstwerke in Privatbesitz. Die Voraussetzungen für die Erforschung der Basler Geschichte sind bestens. Man muss sie nur nutzen.

...weil das Interesse hoch ist

Gedenktage und Museumsnächte ziehen das Publikum in Scharen an. Das Stadtmarketing kommt nicht ohne historische Stadtführungsangebote aus. Geschichtsromane und Historienfilme sind populär und erfolgreich. Unsere Neugier und Faszination an vergangenen Ereignissen, Denkweisen und Lebensformen ist ein tief verankertes Bedürfnis. Auch das Projekt Stadt.Geschichte.Basel stösst bereits jetzt auf grosses Interesse und wird als Buch- und Online-Publikation ein breites Publikum finden.

...weil Selbstverständnis nützt

Basel ist eine Stadt von europäischem Rang. Und sie ist eine Stadt „im Fluss“, in der Menschen und Ideen ein- und ausgehen, eine Stadt, die sich immer wieder neu erfunden hat, ohne sich dabei zu verlieren. Wie gelang das? Was hält diese Stadt zusammen? Wo liegt ihr Potenzial? Und wo ihre Schwächen? Mehr darüber zu wissen, gibt Orientierung und steigert die Verbundenheit mit der Stadt, in der wir leben.

Das historische Wissen über sich und sein Zuhause ist eine Investition in die Zukunft und eine Voraussetzung für den Zusammenhalt in einer demokratischen Gesellschaft. Eine wichtige Voraussetzung gerade an einem Ort, wo heute Menschen aus 180 Nationen zusammen leben.

...weil die Kulturstadt Basel gute Gründe hat, ihre Vergangenheit zu würdigen

Wer seine Geschichte pflegt, pflegt auch seine Kultur. Basels Stadtgeschichte bietet ein weites Feld für ideelle Anregungen und intellektuelle Auseinandersetzungen, auch für den Genuss schöner und bedeutender Orte und Gegenstände. Das Projekt Stadt.Geschichte.Basel anerkennt den Rang Basels als Kulturstadt und würdigt jene Menschen, die dafür die Grundlagen bereitet haben.

Stadt.Geschichte.Basel ist ein Bekenntnis zur Stadt. Das Projekt würdigt den historisch geschaffenen Reichtum an städtischer Kultur, Wissen, Lebensqualität und Demokratie. Dies geschieht einerseits mit einer attraktiven, vielseitigen und bebilderten Darstellung im Buchformat. Andererseits wird eine elektronische, allen Interessierten zugängliche Plattform und Datenbank geschaffen, auf der neue Quellen und Erkenntnisse laufend publiziert und genutzt werden – eine Geschichte mit Zukunft!